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  Azoren Tourismus - Berichte über Sehenswürdigkeiten, Vulkane, Historie, Flora und Fauna, Klima, Vulkanausbrüche, Emigranten und große Gastfreundschaft.
Bilder von Scrimshaw, Cafe Sport, Kunsthandwerk, Brandungsschwimmen, Wandertouren, Fiestas, Imperios, Touradas, Kochen im Vulkan, Kraterseen und Wasserfällen.
Peter J. Orth, privat, unabhängig und neutral - da weder Veranstalter noch Vermieter - ist Kenner der Azoren. Er liebt Blumenparadiese und die Gastfreundschaft ihrer Bewohner.


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 Azoren Tourismus
25.11.2008 | 16:45 Uhr   News drucken

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Das Örtchen Aldeia da Cuada auf der Azoreninsel Flores liegt, wie es schöner nicht liegen kann: auf einer grünen Hochebene über dem Meer. Doch Armut vertrieb die Bewohner nach Nordamerika, die Häuser verfielen. Bis das Ehepaar Silva kam.
Die Wege sind aus holprigem Kopfsteinpflaster, die Strommasten aus Holz. Cuada wirkt wie ein altes Dorf, unverändert seit den 50er Jahren. Dabei war die Ansiedlung im Inselwesten eine Zeit lang ohne Bewohner. Erst vor ein paar Jahren begannen Carlos und Teotónia Silva, die Reste der 14 schwarzen Häuser aus Lavastein zu kaufen. Sukzessive restaurierte das Paar die Ruinen, verlegte Strom, eine Kanalisation, tünchte das Kirchlein für den Heiligen Geist. "Das war ein harter Kampf mit den Behörden", sagt Carlos. Inzwischen steht Aldeia da Cuada unter Denkmalschutz.
In die Stille der Einsamkeit ist Leben zurückgekehrt. Blumen und Bänke stehen in den Gärten. Die Häuser mit Meerblick tragen die Namen der früheren Besitzer. Hinter den Basaltmauern sind moderner Komfort und Feriengäste eingezogen. Carlos hilft beim Koffertragen, Teotónia bei den Einkäufen im nahen Dorf Fajã Grande. "Man muss tun, wovon man träumt." Teotónia strahlt und rät, was sie selbst selten tut: nichts tun. Schnell erfährt der Gast, dass auf Flores die Uhren anders gehen.


Inseln der Langsamkeit
Je kleiner die Inseln, desto größer scheint die Welt zu werden. Wie Trittsteine in einem Teich sehen die neun Azoreninseln im weiten Atlantik aus. Auf der Landkarte stolpert man über sie, wenn der Finger auf dem 40. Breitengrad entlangfährt. Da sind sie, in der Mitte zwischen New York und Lissabon. Gut 2100 Kilometer liegt der Archipel von Europa entfernt. Von Amerika trennen sie rund 3600 Kilometer.
Flores und die Nachbarinsel Corvo markieren die westlichsten Außenstellen Portugals, wozu sie gehören. Als einzige unter den Eilanden positionieren sie sich auf der Amerikanischen Erdplatte. Inseln der Langsamkeit, sagen viele. Und sie bewegen sich doch. "Jedes Jahr driften wir zweieinhalb Zentimeter in Richtung Amerika", sagt Luís Vieira, der Direktor vom Inselmuseum von Flores. "Womöglich gehören wir bald zu den USA", schmunzelt er. Allerdings kehren viele Emigranten von dort wieder zurück. Heimatliebe, Englischkenntnisse und der erwachende Tourismus - heute finden sie auf den Azoren ihr Glück.


Gewaltiger Feuerberg
Einen engen Draht zum Westen habe es schon immer gegeben, erklärt der Historiker Vieira vor der Vitrine mit den kunstvollen Arbeiten aus Walzahn. Im 19. Jahrhundert kamen amerikanische Walfänger, um Azoreaner anzuwerben. Die meisten heuerten sie auf der Insel Pico an. Walfang ernährte hier viele Familien, bis er 1989 verboten wurde. Seither nähern sich die Picarotos den Pottwalen, Orcas und Tümmlern nur noch in friedlicher Absicht - beim Whalewatching. Außer den Giganten des Meeres hat Pico noch einen anderen: den Pico selbst, den Vulkan. Manchmal verbirgt er sich tagelang hinter Wolken. Plötzlich steht er dann vor einem in voller Größe und Präsenz, der mit 2351 Metern höchste Berg Portugals.
Seit drei Jahrhunderten hat er nicht mehr gespuckt. "Aber er lebt, er schläft nur", meint Flamínio, der Alpinisten um sechs Uhr früh zur Vulkanbesteigung im Hotel abholt. Wie alle Pico-Bergführer ist er Experte für Vulkanismus und die heimische Flora. Aus der erstarrten Lava wachsen sowohl zarte Bodenblüher, als auch die knorrige, mannshohe Baumheide, die für die Azoren typisch ist. Auf dem Weg zum Gipfel erklärt Flamínio die Entstehung der Kraterseen und der Lavafelder, die die Menschen mistérios (Rätsel) nannten, weil sie für ihre Entstehung keine Erklärung fanden. Die Ausbrüche sind längst vergessen, und über die Strick- und Wulstformationen ist ein samtiger grüner Teppich gewachsen.

Am besten ist der Pico von Faial aus zu sehen. Die nur sechs Kilometer breite Ozeanstraße zwischen den beiden Eilanden trennt Welten. Während sich auf Pico der gewaltige Feuerberg breit macht, schafft auf Faial eine sanfte Hügellandschaft Raum für Weite.

Im Hafen von Horta dümpeln die eleganten, gischtweißen Yachten der Atlantiküberquerer aus aller Welt. Jährlich laufen an die 1700 Segler in der Marina ein, eine Pflichthaltestelle der Weltenbummler. Nach Tagen auf hoher See betreten sie erstmals wieder festen Boden, füllen die Kombüsen auf, erledigen Reparaturen, trinken in "Peter's Café Sport" einen Gin Tonic und verewigen sich mit einem Gemälde oder wenigstens ihrem Namen auf dem Beton der Mole. Dann segeln sie weiter.
Die Diva Ponta Delgada
São Miguel ist die größte Azoreninsel mit dem größten Flughafen und der größten Stadt. Die meisten halten Ponta Delgada für die Hauptstadt und insgeheim tun das auch die Micaelenses. Aber sie ist es keineswegs. Wohl um etwas Gerechtigkeit unter die Neun zu bringen, wurde die Macht geteilt: In Ponta Delgada steht der Stuhl des Regierungspräsidenten, auf Terceira ist der Sitz des Ministro da República, dem verlängerten Arm Lissabons, auf Faial tagt das Regionalparlament. Darin ist zwar jede Insel paritätisch vertreten, doch die kleinen sind immer die letzten.

Dennoch ist Ponta Delgada eine Diva. An der langen Uferpromenade mit der eleganten Häuserzeile im azorischen Barock, den Stadtpalästen und den kunstvoll gepflasterten Gehwegemosaik in Schwarzweiß zeigt sich ihr herrschaftlicher Stolz. Ihr Charme ist dezent, aber spürbar. Vor der manuelinischen Pfarrkirche São Sebastião hat Taxifahrer António seinen Stand. Aus dem offenen Fenster bietet er sich für eine Inseltour an. Perfektes Englisch, und er verspricht es "slowly". Am Rückspiegel hängen zwei Kreuze und eine herausgeputzte Christusfigur. "Kann nicht schaden", zwinkert er


Begegnung mit den Elementen
Bald zeigen sich fruchtbare, üppig grüne Weiden wie auf allen Azoreninseln, fein getrennt durch aufgeschichtete Basaltmauern, Hecken aus Hortensien oder Baumheide. In Antónios Programm sind die Kraterseen, die caldeiras oder Suppenschüsseln, Wasserfälle und Steilküsten, Täler und Dörfer. Doch sein Trumpf liegt in der Inselmitte, in Furnas, wo er die Begegnung mit den Elementen versprochen hatte. Ein Ort, umdampft wie in einer Sauna. Geysire blubbern und zischen, Fumarolen dampfen. Unter der Erde keucht der Vulkan; er scheint unruhig zu schlafen. Wenn seine Ausdünstungen nur nicht so schwefelig riechen würden! "Hunger?" fragt António. Eigentlich nicht. Doch der Insider fährt schon zum Kratersee Lagoa das Furnas, weil die Zeit drängt. "Hier kocht der Vulkan", sagt er. Die Töpfe mit allen Zutaten werden in Leinensäcken in die brodelnde Erde heruntergelassen. Dort gart der Fleischeintopf gut sechs Stunden, wird um 12.30 Uhr gehoben und in den Restaurants in Furnas serviert. Eine Spezialität, die jeden Hunger besiegt.

Abends in Ponta Delgada führt manchen schweres Essen oder einfach die Lust am Flanieren noch einmal zur Hafenpromenade. Ein alter Fischer mit Schirmmütze steht an der Balustrade und blickt lange nach Westen. Dorthin, wo die Sonne untergeht und wo Amerika liegt. Und vielleicvielleicht fragt auch er sich, wann die Inseln dort wohl ankommen.
Von Beate Schümann Zitat aus dem Stern


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